Freitag, 25. Dezember 2015

Spoiler


Ob sie mit mir schlafen wollte, oder nicht, war mir spätestens in dem Moment egal, als sie mit Genuss eine Nudel aufsog. Ihre vollen Lippen glänzten dabei von der Soße und ihr seliger Gesichtsausdruck als die Spaghetti gänzlich in ihrem Mund verschwand, ließ mich alle Bedenken und Vorsätze über Bord werfen. Unvermittelt stand ich auf, hob sie hoch und trug sie in ihr Schlafzimmer. Dort warf ich sie auf ihr Bett und mich sogleich hinterher, direkt neben sie. Bis hierhin war sie mir auch gediegen. Als ich jedoch meine Hand unter ihr Bikinihöschen schieben wollte, hielt sie diese fest.
»Nein, heute nicht! Bitte.« Sie wandte sich von mir ab und legte sich auf ihre linke Schulter. Zugleich schob sie jedoch ihr Gesäß gegen meine Lenden. Erregung durchflutete mich erneut, was sie sogleich in Form eines Zuckens zu spüren bekam.
»Kannst du dich nicht mal für eine Nacht beherrschen?« Kate kicherte leise.
Ich nahm ihr Ohrläppchen zwischen meine Zähne und biss ganz leicht zu. »Anscheinend nicht.«, flüsterte ich.
Sie keuchte und ich befürchtete schon, es übertrieben zu haben. Kate wandte sich mir zu. »Dann wird es Zeit, dass du es lernst.« Sie drehte ihr Gesicht wieder weg und rückte ein wenig von mir ab.
Obwohl mich die Frage, nach dem ›Warum‹ innerlich zerriss, wagte ich es nicht, sie zu stellen. Ich hatte in meinen Augen kein Anrecht auf eine Erklärung. Schließlich waren wir nicht einmal ein Paar.
Stattdessen fragte ich sie, ob ich gehen solle.
»Nein Professor. Bitte bleib.« Sie schob sich wieder an mich heran, nahm meinen Arm und legte ihn über ihren Oberkörper. Ihre Wange legte sie auf meinen Handrücken. »Einfach hierbleiben ...«, murmelte sie. Ihr Atem ging ruhiger und flacher und ich wusste, dass sie bereits, sanft in meinen Armen eingebettet, eingeschlafen war.

Selbst war ich jedoch zu aufgewühlt, um zu schlafen. Alsbald vernahm ich ein kleines Schnarchen, was von ihr kam. Ich nutzte die Gelegenheit und vergrub mein Gesicht in ihren Haaren. Dabei sog ich ihren Duft tief in mir ein. Ihre Nähe hatte tatsächlich eine beruhigende Wirkung auf mich. Haut an Haut mit ihr hatte ich das Gefühl, alles, was noch auf mich, auf sie und, ja, auf den Rest der Welt zukommen würde, überstehen zu können.

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